Zufaellig entdeckte uns Elia am Strand, der bereits die vorige Nacht auf der Insel verbrachte und sich nach einem gemeinsamen Mittagessen wieder auf den Weg nach Copacabana machte. Wir hingegen ueberquerten die Insel zu Fuss von Norden bis Sueden.
Den Sonnenuntergang ueber dem Titicacasee genossen wir bei einem Flaeschchen Rotwein unter freiem Himmel vom Doerfchen Yumani aus.
Mit dem Boot gings am naechsten Tag zurueck ans Festland und weiter per Bus nach La Paz, eine der hoechstgelegensten Staedte der Welt auf knapp unter 4000m.
Fruehmorgens splitteten sich unsere Wege: waehrend Eva den ganzen Tag mit Adela und ihrer Familie (einheimische Freunde ihres Onkels) verbrachte, welche ihr die Stadt sowie das Museum moderner bolivianischer Kunst zeigten und sie zum Essen bei sich zuhause einluden, stuerzten sich Tati und Elia innerhalb 3 Stunden 3600 Hoehenmeter mit dem Mountainbike den sogenannten “Camino de la muerte” (World most dangerous road) hinunter.
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| Unser Bus wird von der einen Flussseite zur anderen verschifft... |
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| La Paz von oben |
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| Plaza San Francisco |
Den Abend verbrachten wir mit der Tochter und dem Sohn von Adela beim Billard spielen und netten Plaudereien.
Mit einem Luxusbus, wie wir es lieben ;), fuhren wir in den tropischen Norden nach Rurrenabaque. Eine weitere holprige 20-stuendige Nachtfahrt nahe dem Abgrund, mit zahlreichen brenzligen Ausweichmanoevern und einem Reifenplatzer mitten im Nirgendwo, ohne passendem Werkzeug – willkommen in Bolivien. ;)
Dort angekommen, ging das Chaos gleich weiter… Das Hotel hatte kein Wasser, was Klogaenge etwas ungemuetlich machte, und am Nachmittag hatte ein stuermisches Gewitter zur Folge, dass das ganze Dorf 4 Tage keinen Strom hatte. All das kuemmerte uns jedoch wenig, da wir sowieso ab dem darauffolgenden Tag fuer 3 Tage in den Dschungel (Parque Nacional Madidi) verschwanden. Unsere Gruppe bestand aus zwei Japanern, die nur ein paar Brocken Englisch und kein Spanisch sprachen, einem bolivianischen Koch namens Cookie und unserem bolivianischen Guide Jimy. Morgens ging es zuerst auf dem Rio Beni und anschliessend auf dem Rio Tuichi flussaufwaerts in die Tiefen des Urwalds.
Zu Mittag erreichten wir ein Camp, wo uns Cookie eine leckeres Essen auftischte. Als es darum ging die schweren Rucksaecke zu schultern, fragten uns die Japaner mit einer Selbstverstaendlichkeit, ob wir ihren tragen wuerden. Aehmm hallo?? Die dachten wohl wir sind ihre Sherpas :). Nach einem Fussmarsch durch die verwachsene Wildnis gelangten wir zu einem netten Plaetzchen nahe dem Fluss, wo wir unser Lager aufschlugen.
Jimy, der bis zu seinem 16. Lebensjahr in einem indigenen Doerfchen im Urwald komplett abgeschnitten von der Zivilisation aufwuchs, zeigte uns die Flora und Fauna dieses Gebietes und fuehrte uns in die Praktiken und Braeuche der hiesigen Bevoelkerung ein. So kam Tati in den Genuss von Termiten und Larven, welche in kleinen Kokosnuessen hausten. Aus gefaellten Baumstaemmen loeschten wir unseren Durst, erfuhren ueber die Verwendung der unterschiedlichsten Baumrinden - die einen zur Linderung von Erkaeltungen, die anderen zur Gewinnung von Gift fuer die Jagd – und konnten Affen ueber uns in den Baumkronen beobachten.
Leckereien fuer die Tati ;-)
Ueber einem Lagerfeuer wurde unser Abendessen zubereitet. Zu Ehren der Pachamama zelebrierten wir mit einem eigens gebrauten alkoholischen Drink, Coca-Blaettern, Kerzen und Raecherstaebchen ein Ritual und blieben noch eine Weile beim Feuer sitzen um den Geschichten aus ihrer Vergangenheit zu lauschen.
Am naechsten Tag machten wir uns zuerst auf die Suche nach den Chanchos (Wildschweine), die hier in Horden, bis zu 200 Tiere, durch den Wald laufen. Man warnte uns, dass wenn es hart auf hart kommt, wir schon mal zur Not auf Baeume fluechten muessten, da sie recht aggressiv sein koennen. Bedauerlicher- und gleichzeitig gluecklicherweise trafen wir an diesem Tag auf keine Schweine. Dafuer hatten wir das Vergnuegen mit Tante Tarantel.
Nachdem es unertraeglich heiss war, stellte Jimy seine Bastelfaehigkeiten unter Beweis und flechtete uns ein Faecher aus einer Palme.
Nach unserer Rueckkehr zum Schlafquartier beschaeftigten wir uns den Rest des Nachmittags mit der Herstellung von Artesanias (Ring, Halskette). War ueberraschenderweise total nett und seither tragen wir taeglich unseren selbstgemachten Schmuck :-).
Im Gespraech mit den Japanern kamen diese dann am 2. Tag drauf, dass sie sich nicht wie gedacht in der Pampa, sondern im Dschungel befinden - tja, da hat wohl wer die falsche Tour gebucht! :-) Und sie hatten sich schon gewundert warum sie bisher noch keine Krokodile und Delphine zu Gesicht bekamen... da gab's wohl ein paar Verstaendigungsprobleme. Ihren Drang zur Koerperpflege konnten sie dann eben nur mit einem Sprung in den schlammigen Rio Tuichi befriedigen - was ihnen und auch uns aber sichtlich Spass machte.
Die grossen rot-blauen und kleinen gruenen Papageien suchten wir am letzten Tag unserer Tour auf. Um dorthin zu gelangen, mussten wir mit den Schlaeuchen von LKW Reifen 2x den Fluss ueberqueren bzw. uns ein Stueck stromabwaerts treiben lassen. Eine feine Erfrischung an diesem heissen Tag! Am liebsten waeren wir bis nach Rurrenabaque weitergepaddelt :-). Um die Voegel aus luftiger Hoehe beobachten zu koennen und einen schoenen Ausblick ueber den Urwald zu haben, erklommen wir mit unseren Flip-Flops einen Huegel. (Anmerkung: An alle die auch diese Tour machen wollen - nehmt gscheites Schuhwerk mit! Evas Zehe war 2 Tage lang taub, weil sie etliche Male von Riesenameisen gebissen wurde, haha. Boese Biester!) Aus roten Pflanzenextrakten wurden unsere Gesichter verziert.
Im Camp wartete schon das abschliessende Mittagessen auf uns bevor wir uns von allen verabschiedeten und mit dem Boot ins immer noch stromlose Rurrenabaque zurueckkehrten.
Die unterschiedlichen Farbtoene, angefangen von den unzaehligen Gruennuancen der Pflanzenpracht ueber das Blau der riesigen Schmetterlinge bis hin zum Rot der Papageien und dem Orange der Baumrinden und Felsen, die ungewohnten, neuen Gerueche sowie die verschiedensten Geraeusche die durch den Dschungel hallten machten unseren Jungle-Trek zu einem unvergesslichen und einzigartigen Erlebnis!
Der darauffolgende Tag war nicht gerade unser erfolgreichster. Eigentlich wollten wir weiter in den Norden nach Riberalta, doch aufgrund des bolivianischen Ferienbeginns waren alle Transportmoeglichkeiten fuer die naechsten Tage ausgebucht. Spontan entschieden wir uns gleich nach Trinidad zu fahren, wo sich nach stundenlangem Warten endlich genuegend Passagiere fanden, damit der Kombi gefuellt losstarten konnte. Das ist hier teilweise etwas muehsam, da man schon mal 5 Stunden warten kann, aber eben typisch fuer Bolivien. Fuer die ersten 150km nach San Borja sollten wir eigentlich ca. 4 Stunden Fahrzeit benoetigen, doch nach 5 Stunden und geschaetzte 10km vom Zielort entfernt, steckten wir im Schlamm fest. Die einzige Moeglichkeit, die uns blieb, war den Rest des Weges zu Fuss zu bestreiten und es moeglicherweise von San Borja nach Trinidad zu schaffen, falls nicht ein weiterer Regenguss auch dort den ganzen Verkehr lahmlegte. Das war dann sogar uns zu muehsam und riskant. Und wieder mal reagierten wir flexibel, aenderten unsere Plaene und fuhren zurueck nach Yucumo, um von dort aus weiter in den Sueden zu kommen. In Yucumo wiederholte sich das ganze Spektakel des Wartens auf einen kompletten Kombi. Um 23.00 Uhr konnten wir endlich die Weiterreise nach Caranavi antreten, wo wir um 3.00 Uhr nachts vollkommen erschoepft, durchgeschuettelt und ziemlich angepisst ;) ankamen. Sogar das abgefuckteste Loch, in dessen Zimmer es wie in einem Guellifass roch und wo die Kakerlaken aus den Tuerschnallen fielen, wenn man sie runterdrueckte, war uns recht nur um endlich zur Ruh zu kommen. Wenigstens zahlten wir dafuer nicht mehr als 2 Euro. ;-)
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| Naechtliches Treiben in Yucumo |
.... warten auf die Abfahrt des Kombis nach Coroico, unserem neuen Zielort. Dieses Mal "nur" 6 Stunden, wir haben ja Gott sei Dank Zeit ;-).
Wuenschen euch allen eine schoene Adventszeit.
Bis zum naechsten Mal,
Las chicas locas










































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