Montag, 23. Januar 2012

Bolivia - Part II

Holaa an alle!

Fotos sind jetzt da!!!!!

In Coroico leisteten wir uns zur Abwechslung einmal ein echtes Hotel mit Swimmingpool, schoenem Garten und Aussicht, um mal wieder richtig ausspannen zu koennen. Ausnuetzen konnten wir das schlussendlich dann doch nicht, weil das Wetter nicht mitspielte. Deshalb fiel auch die geplante Wanderung zum Cerro Uchumachi ins Wasser und wir nutzen die Zeit um unseren Blog auf den neusten Stand zu bringen und fuer kulinarische Gaumenfreuden aus allen Herren Laendern (angefangen von italinischer Pasta und Pizza ueber schweizer Kaesefondue und mexikanischen Burritos bis hin zu koestlichen Torten aus der deutschen Backstube).


Bevor wir unsere Weiterfahrt in den Sueden des Landes antraten, verbrachten wir zwei weitere Naechte in La Paz. Am ersten Abend besuchten wir ein Open-Air mit diversen Live-Bands auf der Plaza San Francisco. Wie der Zufall wollte, erfuhren wir von einem Ska-Konzert in selbiger Nacht welchem wir klarerweise nicht widerstehen konnten. Dort lernten wir dann auch den netten, Deutsch sprechenden und hilfsbereiten Barkeeper Dany kennen, der uns am darauffolgenden Tag die Sehenswuerdigkeiten der Stadt zeigte und uns interessantes Hintergrundwissen ueber diese lieferte. So erfuhren wir zum Beispiel, dass die Haueser deshalb oft nicht verputzt werden, da man sich somit die Steuer erspart. Auch erzaehlte er uns, dass die Statue von Murillo, dem Befreier von La Paz, gar nicht seinem Eigenbild entspricht sondern dem eines unbekannten Torreros, da die Originalstatue aus Spanien Schiffbruch erlitt und eine zeitgerechte Ersatzlieferung aufgrund von Logistikproblemen nicht mehr moeglich war und somit schnell ein Substitutionsobjekt (haha, unser Wirtschaftshintergrund laesst sich auch in unserer schriftlichen Sprache nicht verleugnen ;-)) gesucht werden musste.




Nach einer erfolgreichen Shopping-Tour am Hexenmarkt fuhren wir am darauffolgenden Abend mit einem weiteren Luxusliner ueber Nacht nach Tupiza. Dort beschaeftigten wir uns 1,5 Tage allein mit der Suche nach mindestens zwei weiteren Touristen, die, so wie wir, an einer etwas alternativen und 5-taegigen Tour durch den Salar de Uyuni interessiert sind. Grund fuer unsere Hartnaeckigkeit war der Wunsch der Besteigung des Vulkans Licancabur, welche nur durch eine Privattour mit 4-5 Leuten realisierbar ist. Eine Kroatin und ihr italienischer Freund liessen sich in letzter Sekunde fuer diese Tour erwaermen. Gut ausgeruht und uebergluecklich stuerzten wir uns gleich in der Frueh mit vollbeladenem Jeep, Guide Sergio und Koechin Santuza ins Abenteuer "Salar". Das Fruehstueck wurde uns gleich vor imposanter Kulisse serviert.



Die Landschaft in dieser Gegend ist einzigartig und versetzte uns immer wieder ins Staunen. Man glaubt schon alles gesehen zu haben, doch kaum ueberquert man einen Huegel aendert sich das Bild aufs Neue. Und auch die Tierwelt, welche wir in den 5 Tagen in freier Natur beobachten konnten, liess keine Wuensche mehr offen.

Vicuñas am grasen
Schafe beim grasen ;-)
 Nach einer erlebnisreichen Fahrt durch rotbraune Canyons mit Sicht auf beschneite Bergketten in der Ferne uebernachteten wir in einem Lehmhaeuschen, welches auf dem Weg lag.



Der naechste Tag brachte die selbe Abwechslung, wie der erste und auch das Wetter spielte diesmal mit. Ziel war die Suedspitze Boliviens (Laguna Verde).

Bereits um 2 Uhr mussten wir aus den Federn, um eine Stunde spaeter den Aufstieg auf den Gipfel des Vulkans Licancabur anzutreten. In sternenklarer Nacht und bei klirrender Kaelte stiegen wir gemaechlich den felsigen Weg hinauf, welcher anfangs nur vom Mondschein beleuchtet wurde. 


Der Ausblick, welcher bis nach Chile reichte, von unserem ersten "fast 6000er" war spektakulaer - sprichwoertlich der "Hoehepunkt" unserer Tour durch den Salar.


Beim Abstieg "glitten" wir ueber loses Geroell im zuegigen Tempo und grossen Spruengen steil bergab - was fuer ein Spass :-)

Kaum unten angelangt, ueberraschte uns ein kurzer aber heftiger Schneesturm, welcher innerhalb kuerzester Zeit alles um uns herum weiss bedeckte. Da hatten wir wohl Glueck. Nachdem der Himmel wieder aufklarte, stand unserem Besuch der Geysire und der Laguna Colorada nichts mehr im Wege.



Das "Valle de Rocas" stand gleich zu Beginn des naechsten Tages auf unserem Programm, gefolgt vom Canyon, etlichen Lagunas, dem Aussichtspunkt auf den rauchenden, aktiven Vulkan Ollague, dem ausgetrockneten Salar de Chiguana mit versteinerten Korallen und den Cuevas del Diablo und Galaxia.


Unsere letzte Nacht verbrachten wir in der bisher aussergewoehnlichsten Unterkunft unserer Reise, einem Hotel aus reinem Salz.


Ein weiterer Verzicht aufs Ausschlafen wurde mit dem Sonnenaufgang inmitten des Salar de Uyuni, welcher sich ueber 10.000 km2 erstreckt, belohnt. Durch die Regenzeit war ein erheblicher Teil der groessten Salzwueste der Welt mit einer 10 bis 30cm hohen Wasserschicht bedeckt.


Weiter gings zur Isla Inkawasi, der Insel mit den riiiiiiesigen Kakteen und danach zum Vulkan Tunupa bevor wir mit unserer Fotosession mitten in der weissen, weiten Salzwueste begannen. Wir legten uns voll ins Zeug, um diese einzigartige Landschaft auf aussergewoehnlichen Fotos festzuhalten.



Danach machten wir uns auch schon auf den Rueckweg nach Uyuni und weiter nach Tupiza mit letztem, kurzen Halt bei den Salzabbauflaechen.


Auch die hohen rotgefaerbten Felsen und Canyons mit ihren gruenen Taelern und Huegeln sowie klaren Baechen sorgten fuer einen ueberraschenden und gebuehrenden Abschluss.


Diese 5-Tages-Tour mit ihrer Vielfalt, welche nur schwer in Worte zu fassen ist, war sicher eines unserer besten Erlebnisse auf der bisherigen Suedamerika-Reise.

Nach einer so tollen und strukturierten Tour begann noch am selbigen Tag unser uebliches, schon fast vermisstes, Reisechaos... Geplant hatten wir eigentlich gleich nach Ankunft in Tupiza unsere Weiterfahrt zur argentinischen Grenze anzutreten. Wie so oft konnten wir uns aber auch diesmal nicht auf bolivianische Auskuenfte verlassen und mussten somit die Fahrt, aufgrund von nichtauffindbaren Transportmitteln, auf den naechsten Morgen verschieben. Frischen Mutes machten wir uns somit mit dem Kombi auf zum Grenzort Villazon. Schlau wie wir sind, gaben wir unsere letzten Moneten fuer die Busttickets nach Salta, eine Jause fuer unterwegs und ein Fruehstueck fuer das wir uns ausgiebig Zeit nahmen - uns blieb ja schliesslich noch eine halbe Stunde um ueber die Grenze nach La Quiaca zu gelangen. Der erste Schock folgte zugleich, als wir die meterlange Schlange vor der bolivianischen Passkontrolle erblickten. Nach laengerem Bezirzen der Zollbeamten liess man uns schliesslich vor und erhielten endlich die noetigen Stempel fuer unsere Aus- und Einreise - nur noch 5 Minuten bis zur Abfahrt unseres Busses... Wie es immer in solchen Situationen sein muss, war zum ersten Mal der Taxistand leer - nur noch 2 Minuten bis zur Abfahrt. Endlich nahm uns ein Taxi mit und wir duesten zum Busterminal auf argentinischer Seite - 5 Minuten Verspaetung. Ausser Atem und voller Hoffnung errhaschten wir einen Blick auf die Uhr am Ticketschalter, worauf gleich der zweite Schock folgte... verdammte Zeitumstellung!!!! - 65 Minuten zu spaet und diesmal konnten wir uns auch nicht auf die "bolivianische Puenktlichkeit" ;-) verlassen. Soweit so gut, ein Ersatztransport liess sich ja schnell wieder finden, nur fehlte uns das noetige Kleingeld, dass wir noch zuvor so muehsam versuchten loszuwerden. Ein Bankomat... Fehlanzeige. Mit viel weiblichem Verhandlungsgeschick, einer Portion Charme und einer Mischung aus ein paar gewechselten Pesos und Tatis letzten uebrigen 5-Dollar ergatterten wir ein neues Ticket nach Salta. Fuer obligatorisches Trinkgeld bei der Verstauung unserer Gepaeckstuecke reichte es nicht mehr und wir mussten das ganze Geruempel in den engen Bus zwaengen. Um nicht zu lange auszuschweifen, der Rest unserer Fahrt in aller Kuerze: komplette Gepaeckskontrolle mitten auf der Strecke, 2 stundenlangen Strassenblockaden durch Demonstranten, defektes Busklo, drueckende Hitze, um 5 Minuten den Anschluss in Jujuy verpasst, kein funktionierender Bankomat in der Naehe... jetzt konnte es nur noch bergauf gehen und siehe da... wir schafften es Geld abzuheben, man schenkte uns eine Tuete Popcorn, wir erreichten den naechsten Bus noch 5 Minuten vor Abfahrt und im Bus begruesste uns eine reizende, aeltere argentinische Dame, welche uns gleich einen Haufen Alfajores vom Busfahrer beschaffte und uns dreieinhalb Stunden mit religioesen Geschichten wach hielt. In der Nacht kamen wir dann endlich erschoepft in Salta an, wo uns schon unser neuer Reisebegleiter Danny sehnsuechtigst im Hostal erwartete. Jetzt hatten wir nur eines im Sinn... ein kuehles Bier, um die Strapazen des Tages zu verdraengen und das Wiedersehen unseres Wiener Freundes zu begiessen.

Endlich wieder zurueck in Argentinien...

2 Kommentare:

  1. schön dass es euch gut ihr beiden abenteurerinnen :)freu mich schon auf die fotos! viele bussis, suse

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  2. Wir freuen uns immer sehr über Eure interessanten Geschichten und die wunderbar beeindruckenden Bildern von Eurer Reise! Leider frieren wir uns gerade bei -17 Grad Celsius den Hintern ab, dafür entlohnt uns die herrlich tief verschneite Landschaft im Ländle, und d'Sunna isch oh scho wieder do ;-)
    Bussi bis zum nächsten Mal, passen of Euch uf!!!!!
    Sabine und Marlies

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