Mittwoch, 5. Oktober 2011

Unterwegs in den Anden...

Latacunga ist ein ziemlich unspektakulaeres Staedtchen, aber ideal als Ausgangspunkt fuer saemtliche Unternehmungen. So haben wir am Donnerstag gleich den woechentlichen Markt im noerdlich gelegenen Doerfchen Saquisilí aufgesucht. Der gesamte Ort ist ein reiner Marktplatz. Von ueberall her tummeln sich die Menschen jeglichen Alters um an diesem Spektakel teilzunehmen. Von Kleidung ueber Gemuese bis hin zu rohem Fleisch und lebendigen Viechern (Schweine, Schafe, Huehner, Meerschweinchen,...) kann man dort alles erstehen.




Die beissenden Gerueche in der Mittagshitze hielten uns nicht davon ab eine koestliche Mahlzeit unter Einheimischen zu "erleben".


Am naechten Tag machten wir uns schon in den fruehen Morgenstunden auf zum Quilotoa-Loop, wo holprige, steinige Strassen kleine Andendoerfchen miteinander zu einem spektakulaeren Rundweg verbinden. Dieses aufregende Abenteuer wollten wir uns natuerlich nicht entgehen lassen. Sigchos, unser erstes Ziel, war nach 2 Busstunden erreicht. Vor Ort erfuhren wir, dass am selbigen Tag die traditionelle 3-taegige "Fiesta de la Mama Negra" zu Ehren des heiligen Schutzpatrons San Miguel beginnt. Nach einem staerkenden "almuerzo" (Mittagsmenue) wollten wir uns aufmachen die Gegend zu erkunden.


Dies erwies sich jedoch als gar nicht so einfaches Unterfrangen. Doch nach muehsamen und hartnaeckigen Ueberredungskuensten konnten wir schlussendlich noch ueber Kontakte 2 nette Herrn mit "camioneta" (Pickup) auftreiben, die uns zu einem horrenden Preis am nahegelegenen Canyon Rio Toachi aussetzten. Verfolgt von einem ueberdimensionalen, gut genaehrten aber sportlichen Esel (wie dieser es schaffte sogar die fuer uns nur schwer zu ueberwindenden Stacheldrahtbarrieren zu passieren, ist uns bis heute noch ein Raetsel...), wanderten wir 2 Stunden dem idyllischen Fluesschen entlang.




Am Abend fuehrten uns unsere verlaesslichen Chauffeure mit Familie und Anhang zum Feste aus. Nachdem es in diesen Hoehenlagen ziemlich kalt wird, waermten wir uns mit Canelazo (einem suessen, heissen Stamperl) und "ecuadorianischem Tanz" zu Folklore-Gesang auf.



Dekadent, wie man uns kennt, goennten wir uns am naechsten Tag eine Manicure (Tati) und Pedicure (Eva) in einem professionell ;) ausgestatteten Friseursalon.


Mit aufpolierten herausgeputzten Naegeln waren wir bereit fuer den stimmungsvollen und bunten Umzug.




Unserem "Prinzessinnen-Dasein" wurde aber gleich ein Ende gesetzt, nachdem wir unsere Weiterreise nach Chugchilan auf der Ladeflaeche eines Pickups verbrachten. Was fuer ein staubig erfreuliches und unterhaltsames aber durchschuettelndes Erlebnis!


Auch im winzigen Chugchilan nahm das Fest der Mama Negra seinen Fortlauf. Begleitet von nie endenden Liedern einer Blaskapelle und faszienierenden Tanzvorfuehrungen wurden auch wir ENDLICH ;) von zwei ecuadorianischen Juenglingen zum "trippelschrittigen" Tanz aufgefordert.


Aufgrund einer Empfehlung entschieden wir uns am naechsten Morgen spontan zu einem 4-stuendigen Ausflug zu hohem Ross. Mit unserem Guide Fernando galoppierten wir durch die unberuehrte Natur in der Umgebung. Ueber den Wolken, auf 3700m, war die Freiheit wohl grenzenlos...




Uebergluecklich aber ziemlich ausgepowert wollten wir planmaessig den letzten Bus an diesem Tag nach Zumbahua erwischen. Aufgrund des vorzeitigen Eintreffens des erwarteten Busses, waren wir gezwungen einen beeindruckenden Sprint zum naechsten Halteplatz hinzulegen. Als wir ihn schnaufend und erleichtert einholten, waren wir noch guter Hoffnung. Doch diese wurde auch gleich wieder zunichte gemacht. Die wartende Meute draengte sich in die bereits uebereinandergepferchte Menge im Bus. Das war sogar uns zu viel... In stroemendem Regen liess man uns, wie bestellt und nicht abgeholt, zurueck. Der Verzweiflung nahe, fragten wir bei allen herumstehenden Autos nach einer Mitfahrgelegenheit in Richtung Zumbahua. Und siehe da, wir hatten Glueck... Ein netter Militaersoffizier, welcher auf seinen "Capitan" wartete, erklaerte sich bereit uns armseelige Geschoepfe mitzunehmen. Um die Wartezeit zu ueberbruecken, wurden wir sogar noch mit exklusivem gegrillten Cuy (Meerschweinchen) auf Kartoffeln und Bohnenspiegel verkoestigt.

In Zumbahua angekommen, erschienen uns die ausgestorbenen Strassen und geschlossenen Laeden wie in einem schlechten Westernfilm. Die eingeschlagene Eingangstuere des einzigen offenen Hostels erweckte auch nicht unbedingt unser Vertrauen. Schnell wurde der Entschluss gefasst wieder kehrt nach Quilotoa zu machen... Nur womit? Auf einen Gemueselaster, wo sich schon einige Einheimische befanden, konnten wir noch in letzter Sekunde aufspringen.
Man beachte auch unser vorher erwaehntes, nicht vollstaendig verzehrtes, Gourmetmenue


Im Nebel entschieden wir uns fuer das erstbeste Hostel in Quilotoa. Gegen die klirrende Kaelte auf 3900m Hoehe sollte ein kleiner Ofen in unserem Zimmer abhelfen. Feuchtes Brennholz und nicht entzuendbares Papier fuehrten jedoch dazu, dass wir frierend in unsere Schlafsaecke krochen.


Der wunderschoene Vulkankrater in Quilotoa entschaedigte uns am naechsten Tag fuer all die Strapazen und war ein herrlicher Abschluss unserer Tour.



Bis bald,
eure reiselustigen Chicas =)

3 Kommentare:

  1. Welch Reittalente erblickt mein wachsames Auge?!? ... Wenn des so is und du auf über 3000m durch die Gegend galoppieren kannst, dann musst du mit mir reiten gehen, wenn du wieder da bist ... keine Widerrede :P

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  2. Na Mahlzeit, ich hoffe ihr ladet uns nicht zu einem Willkommens-Essen ein, da könnte einem ja der Appetit vergehen. LG Isi

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  3. gute reise weiterhin ihr abenteuerlichen schönheiten :)!

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