endlich haben wir wieder Zeit gefunden, um unsere letzt erlebten Abenteuer festzuhalten...
Unsere Einreise nach Peru begann in den fruehen Morgenstunden mit einem Bus nach Zumba. Nachdem der Grenzuebergang La Bolsa ziemlich abgeschieden ist, mussten wir ein Taxi zur Grenze nehmen. Nach einer kleinen letzten Staerkung auf ecuadorianischer Seite maschierten wir zu Fuss ueber den Grenzfluss nach Peru.
Die Formalitaeten waren schnell erledigt und wir waren vorerst gluecklich einen recht guten Preis nach San Ignacio mit dem Taxifahrer ausgehandelt zu haben. Dort angekommen, wollte er jedoch den ausgehandelten Betrag pro Person ausgehaendigt bekommen. Aber nicht mit uns... die Diskussion endete erst als wir unseren Freund und Helfer - die peruanische Polizei - zu Rate zogen. Auch wenn wir nicht Recht bekamen, um einige Soles konnten wir den Preis schlussendlich doch noch druecken. Enttaeuscht ueber die ersten Eindruecke dieses Staedtchens machten wir uns noch am selben Nachmittag auf nach Jaen. Die guenstigste Transportmoeglichkeit war hier ein "Colectivo" (Minivan). In Europa haette man in diesen Kleinbussen Platz fuer ca. 8 Personen, in Peru hingegen haben diese "offiziell" Platz fuer 16, zusaetzliche 4-6 Personen werden jedoch auch noch, wenn es sein muss, irgendwo untergebracht. Bei jedem Huepf (und auf ungeteerten Strassen gibt es viele davon) wunderten wir uns, dass die Klapperkiste noch nicht in alle Einzelteile zerfallen war. Die traumhafte Kulisse, der Sonnenuntergang und frischgepresster Ananassaft, welcher uns bei einem spontanen Stopp am Strassenrand direkt in den Bus gereicht wurde, machten die holprige Fahrt nach Jaen unvergesslich.
Angetan haben es uns hier die kleinen, liebevoll und kreativ aufgeputzten Moto-Taxis, von welchen es in den peruanischen Strassen nur so wimmelt.
Am naechsten Tag gings mittels Colectivo nach Bagua Grande und von dort aus weiter mit grossem Luxusbus (wie langweilig!) nach Chachapoyas. Immer noch in Begleitung von unserem schweizer Energiebuendel Elia buchten wir einen 3-Tages-Trek fuer den darauffolgenden Morgen. Total verschlafen wurden wir um 5 Uhr in der Frueh von Carlin, unserem ueberdrehten Spassvogel bzw. Guide, empfangen. Unsere Tour startete in Valle de Belen, einem idyllischen, dem Bilderbuch entsprungenen, einsamen Tal.
Wir folgten den uralten Pfaden der Chachapoyas (praekolumbisches Andenvolk) hinein in das Amazonasgebiet. Auf dem Weg nach Congon, unserem Tagesziel, fuehrte uns Carlin zu noch unerforschten, erst vor kurzem entdeckten Ruinen der Chachapoyas im verwachsenen, unwegigen Gelaende.
Am Nachmittag kamen wir im Minidoerfchen Congon an, welches uns mit seiner Einfachheit sofort verzauberte. Die wenigen Lehmhaeuschen waren umgeben von Kaffeeplantagen, Bananenpalmen und Zuckerrohr. Ueberall, sowohl ausser als auch im Haus, tummelten freilaufende Tiere aller Art herum.
Congon
Die Kueche von unserer Unterkunft mit noch lebendiger peruanischer Spezialitaet Cuy (= Meerschweinchen)
Unsere Unterkunft
Unterschlupf fanden wir in einfachen Verhaeltnissen bei gastfreundlichen Einheimischen. Die Zimmer hatten keine Fenster und unsere Tuere glich einer 2-teiligen Stalltuere, wo ab und an ein Huhn auf die halboffene Tuere hinaufflatterte, um nach dem Rechten zu sehen. Auf der Terrasse wurde uns das koestliche Abendessen bei Kerzenschein und Sonnenuntergang serviert, was fuer wohlige Stimmung sorgte.
Schweren Herzens machten wir uns am naechsten Tag auf nach Choctamal. Nach 8 1/2 Stunden, 1500m Aufstieg und 700m Abstieg erreichten wir erschoepft und gluecklich unser Ziel.
Ohne Guide ging es am Tag darauf mit einer Gruppe Pensionisten, welche uns netterweise in ihrem Touribus mitnahmen, zu den auf 3000 Hoehenmeter tronenden Ruinen Kuelaps. Diese sind in Peru nach Machu Picchu die wichtigsten Ueberreste des Praeinka-Zeitalters.
Unermuedlich und beeindruckt von der schoenen Umgebung Chachapoyas, spazierten wir am Tag nach unserer Rueckkehr zum Wasserfall Gocta, welcher mit seinen 771m einer der Hoechsten der Welt ist. Aufgrund der erschlagenden Hitze liessen wir es uns auch diesmal nicht nehmen uns im kuehlen Nass zu erfrischen.
Noch am gleichen Nachmittag ging es mit wieder mal ueberfuelltem Colectivo samt Kinder und Huhn weiter Richtung Sueden nach Leymebamba.
Wartehalle ;-)
Kurze Klopause
Nach einem kleinen Spaziergang durchs symphatische Doerfchen Leymebamba besuchten wir das von Oesterreichern unterstuetzte Museum der Dorfgemeinde, welches eine ueberraschend gute Ergaenzung zur bisherigen besichtigten Staetten der Chachapoyas war.
Mumifizierte Koerper der Chachapoyas, welche man bei der Laguna de los Condores gefunden hat
In der Frueh nahmen wir den einzigen Bus nach Cajamarca - eine 10 stuendige Fahrt ueber schmale, kurvige, steinige Strassen und durch dichten Nebel verhangenen Gebirgsketten , tausende Hoehenmeter hinauf und wieder hinunter, vorbei an einzelnen Haeuschen mitten im Nirgendwo und entlang gefaehrlicher, steiler Abhaenge.
Cajamarca von oben
Die fuer uns interessantesten Sehenswuerdigkeiten erkundeten wir im Rahmen einer gefuehrten Tour am folgenden Tag. Zuerst ging es nach Cumbe Mayo, wo sich Felsformationen ueber mehrere Kilometer erstrecken, welche mit etwas Kreativitaet die Formen von Tieren und anderen Gestalten annehmen. Die ueber 3000 Jahre alten Aquaedukte der Praeinkazeit sind Zeugen der schon damals ausgezeichneten Ingenieurskunst in Sachen Hydraulik.
Am Nachmittag gings weiter zum Praeinka-Friedhof Ventanillas de Otuzco. Dort wurden mumifizierte Koerper der oberen Gesellschaftsschicht in kleinen, sorgfaeltig herausgeschlagenen Felshoehlen bestattet und mit roten Steinplatten verschlossen bevor sie Jahre spaeter von den Spaniern gepluendert wurden.
Von Cajamarca aus ging es auf abenteuerliche Weise an die peruanische Kueste... Aber davon erzaehlen wir euch im naechsten Blog.
Bis bald,
Tati und Eva









































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