Sonntag, 6. November 2011

Noch mehr aus dem Land der Kartoffeln...

Wie versprochen, beginnen wir diesen Blog mit der Fahrt von Cajamarca nach Trujillo - der bis jetzt wohl aufregendste Trip unserer Reise. Fuer unsere Verhaeltnisse zeitgerecht (das heisst fuer viele in letzter Sekunde) suchten wir ein Busunternehmen, welches uns noch abends nach Trujillo bringen sollte. Nach etlichen erfolglosen Anfragen, dachten wir endlich Glueck zu haben. Eine Agentur sicherte uns noch Plaetze zu, wenn wir nur schnellstmoeglichst mit dem Taxi dem bereits abgefahrenen Bus zur naechsten Haltestelle nachjagen wuerden. Gesagt, getan... Mit einem Affenzahn bretterten wir durch die Stadt und schnitten gerade noch rechtzeitig dem Bus den Weg ab. Leider hatten auch viele andere dieselbe Idee wie wir und wir begriffen schnell, dass wir keine Chance mehr hatten einen Platz zu ergattern. So standen wir nun, wie bestellt und nicht abgeholt, mit unseren Rucksaecken irgendwo am Stadtrand von Cajamarca und hatten keinen Plan, wie wir nun weiterkommen wuerden. Unsere einzige Hoffnung war, dass noch weitere Busse hier Halt machen und uns mitnehmen koennten. Nach einigen Minuten verzweifelten Wartens, bog unsere Rettung - ein Luxustransporter - ums Eck. Der Chauffeur erklaerte sich ohne zu zoegern dazu bereit, uns fuer geringe Kosten an den gewuenschten Ort zu bringen. Mit einer handvoll Peruaner machten wir es uns auf der grosszuegigen Schlafebene gemuetlich. Beinfreiheit, Frischluftzufuhr und ein 360º Panoramablick waren im Preis inbegriffen. Wir konnten unser Glueck gar nicht glauben, bis der LKW in die Nacht hinein lostuckerte...


Fuer alle die das Video nicht oeffnen koennen:


Nach 7-stuendiger holpriger Fahrt in der Kaelte der Nacht wurden wir am Strassenrand irgendwo vor Trujillo abgeladen. Leicht verstaubt und ziemlich uebermuedet brachte uns ein oeffentlicher Minibus innerhalb einer Stunde in die Stadt.


Damit wir wieder saubere Sachen haben, war unser erster Weg in Trujillo der zur Waescherei. Noch am gleichen Nachmittag besichtigten wir die ehemals groesste praekolumbische Stadt in Amerika und groesste Lehmziegelstadt der Welt, Chan Chan.So ganz konnte uns diese ueberrestaurierte Staette der Chimú nicht ueberzeugen. Aber wir machten das Beste daraus und hatten trotz allem unseren Spass.

 Plaza de Armas, Trujillo



Am naechsten Tag war es wieder einmal an der Zeit Meerluft zu schnuppern und wir machten uns auf nach Huanchaco, welches sich nur 12km nordwestlich von Trujillo befindet. Nach so langer Zeit in den Anden war es ein ganz neues Lebensgefuehl wieder einmal warmen, feinen Sand unter den Fuessen zu spueren.Verfuehrt von dieser herrlichen Stimmung, konnten wir nicht anders als in der ersten Strandbar einen Cuba Libre zu schluerfen.



Damit auch unsere Bikini-Figur nicht zu kurz kommt, bekamen wir am Strand eine ausgiebige Einfuehrung in die Welt des Frisbee-Spielens von unserem Champion Elia. Zufrieden und passend zur Sonnenuntergangsstimmung beschlossen wir einen weiteren Cocktail zu geniessen und schafften es sogar Elia, der seine Weiterfahrt bereits gebucht hatte, zu ueberzeugen sein Ticket spontan fuer den naechsten Tag umzubuchen. All dies musste bis in die fruehen Morgenstunden gefeiert werden ;-)!


Die darauffolgenden 3 Tage genossen wir das Leben mit Ausschlafen am Vormittag, Surfen am Nachmittag sowie gutem Essen und Cocktails am Abend. Unser Stammlokal haben wir gleich am ersten Abend entdeckt, welches uns sogar ausserhalb der Oeffnungszeiten bewirtete.

Leider der einzige Tag, an dem das Wetter nicht so schoen war...


Mit Besitzer Marco im Restaurant Huaucocha

Nach diesen entspannenden Tagen brachte uns der Nachtbus nach Huaraz. Mitgenommen von der Klimaanlage im Bus und dem Hoehenunterschied (von der Kueste innerhalb weniger Stunden auf 3080m) waren wir gezwungen den ersten Tag im Bett zu verbringen. Doch schon am naechsten Tag konnten wir uns der Magie der Berge nicht entziehen und organisierten einen 3-Tages-Trek (Santa Cruz) ins Herz der Cordillera Blanca. Schon in den fruehen Morgenstunden ging es mit weiteren 5 Weggefaehrten, einem Guide, einem Koch und einem Muli-Fuehrer zur Laguna Llanganuco.


Nach einer Passueberquerung machten wir uns von Vaqueria aus, wo auch die wartenden Mulis mit unserem schweren Gepaeck besattelt wurden, zu Fuss auf den Weg zu unserem ersten Zeltplatz.



Am Zielort angekommen, warteten schon ein waermender Tee und Kekse im bereits aufgestellten Gemeinschaftszelt auf uns.


Zum Abendessen zauberte uns unser Koch eine staerkende Suppe und eine frisch gefangene, leckere Trucha (Forelle) auf den Tisch. Muede und bei eisigen Temperaturen verkrochen wir uns schon frueh in unsere Schlafsaecke, um am naechsten Morgen bereits um 5.00 Uhr startklar fuer unsere haerteste Etappe dieses Treks zu sein. Nach 3-stuendigem Aufstieg erreichten wir unseren hoechsten Punkt Punta Unión auf 4750m, von wo aus sich ein fantastischer Blick auf die umliegenden Gletscher und Lagunen bot.







Auf dem Weg zum naechsten Uebernachtungsort bei der Laguna Jatuncocha entschied sich ein Teil der Gruppe einen zusaetzlichen Abstecher zum Fuss des Alpamayo-Gletschers zu machen. Der andere Teil ging direkt zum Zeltplatz. Waehrend sich Tati fuer Ersteres begeistern liess, beschloss Eva, die die Hoehe leider nicht so leicht wegsteckte, vernuenftigerweise letztere Option zu waehlen.

Hat's wer erkannt? - Der Berg des Paramount Picture Logos


Nach 10-stuendigem Tagesmarsch traf schlussendlich auch die letzte Gruppe am Zeltplatz ein und erfreute sich ueber die bereits aufgebauten Zelte und zubereiteten Coca-Tee. Mit Karten spielen liessen wir den Abend bei Kerzenschein im Gemeinschaftszelt ausklingen.



Der letzte Abschnitt unseres Treks begann um 6.30 Uhr und zog sich talabwaerts entlang eines rauschenden Baches nach Cashapampa, wo schon der Kleinbus auf uns wartete um uns zurueck nach Huaraz zu bringen.

Ausblick von unserem Zeltplatz



Die vergangenen 2 Tage in Huaraz haben wir gemuetlich und mit Blog-Schreiben ;-) verbracht, damit ihr wieder einmal auf dem neusten Stand seid.

Besitos,
eure beiden Weltenbummlerinnen

4 Kommentare:

  1. So Ihr zwei Bergsteigerinnen!
    Tati, do würsch denn dr Gaby no davo laufa, bei deiner Kondition ;-)
    Wünderschöne Fotos hon dr gmacht, bei euch gibts wenigstens Schnee of da Berg, miar hon seit 5 Wochen kein Tropfen Regen, geschweige denn Schnee abkriagt!
    Danke noch für die tolle Karta, miar hon üs sehr gfreut!
    Passen weiterhin guat of euch uf!
    A tolle weiter Reise wünschen Euch
    Sabine und Marlies

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  2. Hallo Tati He du bist mit deiner Freundin super toll drauf,habt eine gute Kondition und macht tolle Fotos. Auch dein Bericht ist spannend zu lesen und ich bekomme richtig Fernweh.
    He ihr zwei genießt eure Reise, lasst nichts aus und berichte weiter so. Alles liebe und weiterhin gute Reise wünschen euch Helmut und Marlene

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  3. Hi ihr beiden,
    ich hoffe ihr habt's immer noch so fein - und ich warte auf einen neuen Bericht :)
    Liebe Grüße aus Genf,
    Steffi

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  4. Hallo ihr Lieben,
    vielen Dank fuer eure netten Kommentare. Wir hoffen euch mit dem Blog ein bisschen den Alltag zu versuessen und euch in Reisestimmung zu bringen. Ihr seid alle jederzeit willkommen euch anzuschliessen :)
    Ganz liebe Gruesse nachhause.
    Eure Tati

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